Staatliche Realschule Bad Kissingen

 

Sprachförderung von Flüchtlingskindern - Kooperation mit der Sinnberg Grundschule Bad Kissingen

Wie jedem bekannt ist, stehen wir hier in Deutschland und Europa vor einer schwierigen Situation. Wir versuchen so vielen Flüchtlingen, wie es nur geht, zu helfen. Laut der Zeitung inFranken.de gibt es im Augenblick etwa 1200 Flüchtlinge im Landkreis Bad Kissingen und jede Woche kämen etwa 35 dazu. Zu ihrer Unterbringung gebe es Notunterkünfte für 300 Personen; knapp 500 seien dezentral untergebracht. Es gebe 62 unbegleitete Minderjährige, die in Heimen betreut würden.

 

Auch wir aus der Realschule Bad Kissingen, gingen mit gutem Beispiel voran und gründeten eine Gruppe von circa 20 Schülern, die nachmittags in ihrer Freizeit den Flüchtlingskindern in Bad Kissingen helfen wollten. Die Lehrer an der Grundschule, sowie von unserer Schule (Frau Dichtl und Frau Moser) erklärten uns zu Beginn etwas über die Flüchtlingskinder und Ihre Situation. Die Flüchtlingskinder, die wir betreuten, gingen in die Grundschule in Bad Kissingen. Je nach Deutsch-Kenntnissen waren sie entweder in einer extra Klasse oder bereits gut mit anderen Schülern in vorhandenen Klassen integriert.

 

 

Unsere Aufgabe sollte es sein, die deutsche Sprache spielerisch zu vermitteln. Dies taten wir indem wir zum Beispiel Memory spielten und zu jedem Memory-Kärtchen auch ein Schildchen mit dem passenden Wort auf Deutsch sowie der Muttersprache der Kinder hinzufügten. Ebenfalls spielten wir viele andere Brettspiele, die wir zum Teil selbst gestalteten, damit eine persönliche Note und Erinnerung entstand. Weitere Aktivitäten wie zum Bsp. Fußball (was alle gleichermaßen egal ob Junge oder Mädchen liebten) bei schönem Wetter folgten. Anfangs tasteten wir uns vorsichtig aneinander heran. Jedoch legte sich das schnell wieder und wir merkten wie nett und lustig das Miteinander war. Natürlich erfuhren wir auch einiges über die Herkunft und die schwierige Lage der Einzelnen. Wir konnten sehen wie stark manche Kinder von Ihrem schlimmen Weg nach Deutschland geprägt wurden. Beispielsweise spielte ein Junge draußen oft, dass wir die Flüchtlinge seien und er der Grenzkontrolleur. Dies spielte er so: Wir sollten auf ein Klettergerüst kommen, dort stand der Junge und spielte, als säße er am Computer. Reihenweise fragte er immer: „Name?“, danach tat er so, als schriebe er den Namen auf eine Tastatur in den Computer und winkte uns dann über die Rutsche raus. Mit einem barschen „Komm, komm“. Als der erste „Flüchtling“ dann durch war, sagte er laut „Stopp!“ mit Handzeichen auf den, der in der Reihe als nächstes dran war. Dies zeigte uns deutlich, dass die Kinder doch einiges zu verarbeiten hatten.

 

Ich hoffe dass wir auch weiterhin helfen können, nicht nur in puncto Sprache. Gerne stehen wir auch weiterhin zur Verfügung und helfen bei Sorgen, Nöten und alltäglichen Problemen.


Alisha R. und Sina G.

Staatliche Realschule Bad Kissingen, Valentin-Weidner-Platz 4, 97688 Bad Kissingen, Telefon: 0971 - 730090