Staatliche Realschule Bad Kissingen


Lohn für großes Engagement - Bundespräsident Christian Wulff zeichnet Herrn Reuter im Schloss Bellevue mit dem Tutorenpreis aus

Den Freitag, 18. November 2011, wird Herr Reuter so schnell nicht vergessen. Er erhielt aus den Händen von Bundespräsident Wulff im Schloss Bellevue als eine von drei Lehrkräften in Deutschland den Tutorenpreis.  Diese Auszeichnung wird für „herausragende Leistungen bei der pädagogischen Begleitung und Durchführung des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten“ – so der Text der Urkunde – vergeben. Herr Reuter hatte in dieser Runde zum ersten Mal am Geschichtswettbewerb teilgenommen.


In seiner Arbeitsgemeinschaft betreute er 14 Jugendliche, die mit ihrem Beitrag über die Louis-Stern-Affäre auf Anhieb einen dritten Bundespreis errangen. Der Bundesjury gefiel Reuters Konzept, Schüler der Klassen sechs bis zehn in einem freiwilligen nachmittäglichen Arbeitskreis zu unterrichten. Dieses jahrgangsübergreifende Lernen erfordert viel Fingerspitzengefühl – ein 12-Jähriger muss anders gefördert und gefordert werden als ein Schüler der Abschlussklasse.  


In ihrer Pressemitteilung würdigt die Koerber-Stiftung, die den Wettbewerb seit 1973 organisiert, außerdem die Tatsache, dass der Geschichtslehrer seine Schüler auch abseits des Wettbewerbs immer wieder auf Spurensuche schicke – vor allem zur jüdischen Geschichte. Dabei wurde das große Engagement, mit dem sich die Geschichts-AG der Initiative „Bad Kissinger Stolpersteine“ widmet, besonders  hervorgehoben.

„Ein bisschen aufgeregt war ich vor der Preisverleihung schon“, gibt Herr Reuter zu. Denn er stand bei der feierlichen Preisverleihung im Schloss Bellevue im vordersten Rampenlicht. Dies zeigte sich schon an der Platzierung im Saal – die drei Tutorenpreisträger saßen neben dem Bundespräsidenten mittig in der ersten Reihe. Nachdem die Schüler, die die ersten Bundespreise errungen hatten, ausgezeichnet worden waren, stellte Sven Tetzlaff, Bereichsleiter Bildung der Körber-Stiftung, die drei Tutorenpreisträger nacheinander in einer Präsentation vor. Neben Herrn Reuter waren dies Christoph Geibel vom Landgraf–Ludwigs-Gymnasium in Gießen und Birgit Neidnicht vom Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde. Die drei erfolgreichen Tutoren durften  anschließend zum Interview-Tresen auf der Bühne kommen und sich den Fragen von Moderatorin Kate Maleike stellen. „Im Schloss Bellevue auf der Bühne zu stehen und vor dem Bundespräsidenten zu sprechen, diese Chance bekommt man wahrscheinlich nur ein einziges Mal im Leben“, war sich Reuter der Bedeutung des Augenblicks bewusst. Doch er behielt die Nerven und bekam für seine Antworten viel Applaus – insbesondere als es um die Frage ging, wie er seine Schüler für den Geschichtsunterricht motiviere.  Er  führte dabei seine eigene Begeisterung, die er dem Fach entgegenbringe, als Voraussetzung dafür an, junge Menschen mitzureißen und in den Bann zu ziehen.

Auch nach der Urkundenverleihung verblieb Bundespräsident Wulff mit den Tutoren auf der Bühne und unterhielt sich über mögliche Themen des nächsten Wettbewerbs, der am 1. September 2012 startet. „Für Sie als jungen Lehrer stellt die heutige Auszeichnung natürlich eine Verpflichtung dar, in den nächsten 30 Jahren keinen Wettbewerb zu verpassen“, verabschiedete sich der Bundespräsident schmunzelnd von Herrn Reuter. Dieser zieht eine sehr positive Bilanz dieses aufregenden Tages.  „Schade war nur, dass ich keine Kursteilnehmer nach Berlin mitnehmen durfte. Ich hätte lieber die Schüler in den Vordergrund gestellt“, bedauert er.



Foto: Marc Darchinger


  
  
  

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